
Ausgewählter Beitrag
Das kleine Tao der Harmonie 3
Harmonie und Disharmonie bedingen sich gegenseitig
Harmonie durch Disharmonie – klingt das für Sie wie ein Paradoxon? Nun, zugegeben, Harmonie (Eintracht) und Disharmonie (Zwietracht) sind zwei extreme Ausschläge in vollkommen unterschiedliche Richtungen – dennoch: sie liegen auf ein und derselben Skala. Diese Skala beschreibt lediglich zwei sehr unterschiedliche Zustände ein und desselben Dinges: emotionale Relationen. Die Existenz der Disharmonie bedingt erst die Harmonie – und umgekehrt.
Harmonie – aber nicht auf Kosten der Entwicklung
Zwei Individuen können nichtimmer im Einklang schwingen. Und das ist auch gut so. Würde unser Alltag so verlaufen, dass wir uns an unseren Mitmenschen (dem Partner oder der Partnerin, dem besten Freund, Familienangehörigen, Kollegen etc.) niemals reiben würden, immer derselben Meinung wären, immer in dieselbe Richtung schauen würden, dann würde dies einen absolut stagnativen Zustand ergeben, einen Zustand, der keinerlei Entwicklungspotential mehr in sich bergen würde. Es wäre ewig Friede, Freude, Eierkuchen – aber immer auf demselben Standard und ohne Aussicht auf persönliches und gemeinschaftliches Wachstum, neue Perspektiven und Entwicklung.
Wenn man von sich und seiner Umwelt ein ewig harmonisches Miteinander erwartet, sind Enttäuschungen quasi vorprogrammiert - und Enttäuschung macht Harmonie auf lange Sicht erst recht unmöglich. Es gilt, sich mit der Tatsache zu versöhnen, dass echte Harmonie nur dort entstehen kann, wo Auseinandersetzungen möglich sind, wo auch Konflikte ausgetragen werden können, ohne dass das freundschaftliche oder respektvolle Konstrukt gleich in seinen Grundfesten erschüttert ist.
Harmonie: gegenseitige Bereicherung
Sicher ist Ihnen schon einmal aufgefallen, wie klar die Luft nach einem Gewitter ist. Genauso verhält es sich nach einem konstruktiven Streit: dem Unmut ist Luft gemacht, der Druck ist raus, beide Parteien wissen, woran sie sind und können sich jeweils in Ruhe überlegen, was sie mit ihren neuen Erkenntnissen anstellen. Es ist wieder Platz für neue Gedanken, für eine gemeinsame Bewegung nach vorne. Und diesmal dann wieder in Harmonie.
Das sagt das kleine Tao der Harmonie zum Thema Streit:
- Es sind nicht Konflikte, die die Harmonie gefährden, sondern schwelende und unterdrückte Gefühle. Harmonie kann nur auf aufrichtigem und wahrhaftigem Boden gedeihen. Hinter einer lächelnden Fassade jedoch kann sie nicht existieren.
- Fürchte nicht den Streit. Fürchte nur das Schweigen. Wer sich mit dir streitet, sucht den Kontakt zu dir. Wer sich die Mühe macht, mit dir zu diskutieren, ist auch an einer Einigung interessiert. Wer jedoch schweigt, hat sich für dich verschlossen und ist im Geiste schon weit fort.
- Auseinandersetzungen bergen den Keim des Wachstums. Der Schlüssel liegt im Streit selbst. Warum bist du in Streit geraten? Wie kam es dazu?
Harmonie365 07.04.2010, 17.10
Kommentare hinzufügen
Die Kommentare werden redaktionell verwaltet und erscheinen erst nach Freischalten durch den Bloginhaber.
Kein Kommentar zu diesem Beitrag vorhanden
"Der eigentliche Sinn allen zweckhaften Tuns ist die
Harmonie."
Max Lüscher
Themen





